Frühling bedeutet Lebensgefahr – für Rehkitze
Wenn im Mai und Juni die Wiesen wachsen, beginnt gleichzeitig die sogenannte Setzzeit des Rehwilds: Die Ricken setzen ihre Kitze bevorzugt in hohem Gras ab – inmitten von Wiesen und Feldern. Was aus Sicht der Natur optimal erscheint, wird mit der ersten Mahd zur tödlichen Falle.
Denn Rehkitze haben in den ersten Lebenswochen keinen Fluchtinstinkt – sie ducken sich regungslos ins Gras, sobald sie Gefahr wittern. Mähwerke erfassen sie oft zu spät oder gar nicht – mit tragischen Folgen.
🤝 Kitzrettung ist Teamarbeit: Jäger, Landwirte, Helfer
Der Schutz von Rehkitzen ist keine Aufgabe einzelner. Erst durch das Zusammenspiel mehrerer Beteiligter kann wirksamer Tierschutz gelingen:
- Landwirte informieren frühzeitig über geplante Mähtermine
- Jagdgenossenschaften oder Revierpächter koordinieren Helfer
- Ehrenamtliche, Schulklassen, Vereine unterstützen bei der Suche
- Kitzrettungsteams oder -vereine stellen Ausrüstung & Know-how bereit
Oft beginnt der Einsatz früh am Morgen, bevor der Tau verdunstet und die Kitze ihre Tagesruhe antreten. Jeder Hektar zählt – denn jeder Hektar Wiese kann zum Geburtsort eines Kitzes werden.



🧺 Klassische Methoden der Kitzrettung
Auch ohne Drohne ist effektive Kitzrettung möglich – mit Engagement, Erfahrung und System:
1. Fußsuche in der Wiese
- Helfer gehen in Reihen durch die Fläche
- Stöcke zum Teilen des Grases oder Hunde mit Führleine können helfen
- Erkanntes Kitz wird mit Duftneutralisierung und Handschuhen gesichert
2. Vergrämung vor der Mahd
- Akustische Wildscheuchen (Sirenen, Radios, Windspiele)
- Optische Signale (bunte Flatterbänder, Flugdrachen, Reflektoren)
- Einsatz erfolgt 1–2 Tage vor der Mahd zur Gewöhnung
3. Kitzkörbe & Wildretterboxen
- Aus Weidezaun, Draht oder Kunststoff
- Fixierung über dem Kitz für die Dauer der Mahd
- Kitz wird danach sofort wieder freigelassen
🚁 Drohneneinsatz mit Wärmebildkamera – Effizient und zukunftsweisend
Moderne Wärmebilddrohnen revolutionieren die Kitzrettung:
- Frühmorgens überfliegen Drohnen die Wiesen
- Die Wärmebildkamera zeigt deutliche Kontraste: Kitz vs. kalte Umgebung
- Das Team am Boden sichert die Kitze anschließend
Ein geübtes Team kann so mehrere Hektar pro Stunde absuchen – besonders bei großen Flächen oder vielen Mahdterminen ein unschätzbarer Vorteil.
📌 Wichtig: Auch bei Drohneneinsätzen braucht es Helfer am Boden und rechtzeitige Koordination.

🐾 Warum Kitzrettung so wichtig ist
- Tierschutz: Rehkitze sterben nicht nur – sie leiden oft schwer verletzt
- Lebensmittelhygiene: Kadaver in der Silage gefährden Nutztiere (z. B. Clostridienrisiko bei Kühen)
- Gesetzliche Verantwortung: Das Tierschutzgesetz verlangt aktive Maßnahmen bei vorhersehbarer Gefahr
- Bewusstsein schaffen: Kinder und Jugendliche können durch Kitzrettung Natur hautnah erleben
📣 Mitmachen & unterstützen – so geht’s
Egal ob Jäger, Landwirt, Tierfreund oder Verein – jeder kann sich beteiligen:
- 🗓 Mähtermine melden (an lokale Jagdpächter oder Kitzretter-Teams)
- 📞 Kontakt zu regionalen Drohnenteams aufnehmen
- 👟 Selbst helfen: Früh aufstehen, Handschuhe an, mitlaufen oder sichern
- 📷 Öffentlichkeit schaffen: Bilder teilen, sensibilisieren, Fördermittel einwerben
💬 Fazit: Jeder Einsatz rettet Leben
Die Kitzrettung steht exemplarisch dafür, wie engagierte Menschen, moderne Technik und traditionelles Wissengemeinsam Tierschutz ermöglichen. Jede Wiese, jedes Kitz, jeder Morgen zählt.
Lasst uns gemeinsam handeln – damit der Frühling nicht zur Falle wird.



